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Digitale Identitäten für den digitalen Sozialstaat

Blog für Gesellschaft und Digitalisierung

Digitale Identitäten für den digitalen Sozialstaat

Der digitale Sozialstaat

Die Digitalisierung des Sozialstaates ist aus mehreren Gründen unverzichtbar:

Effizienzsteigerung

Durch die demografische Entwicklung werden in der öffentlichen Verwaltung in den nächsten Jahren viele Mitarbeiter fehlen. Durch digitale Prozesse und Systeme können Verwaltungsabläufe im Sozialwesen deutlich verschlankt und beschleunigt werden. Anträge, Bearbeitungen und Auszahlungen können schneller und mit weniger Aufwand in der Verwaltung abgewickelt werden.

Bürgerfreundlichkeit 

Gute digitale Angebote wie Online-Anträge, Portale und Apps erleichtern den Bürgern den Zugang zu Sozialleistungen von überall und zu jeder Zeit. Lange Wartezeiten, aufwändige Behördengänge und Öffnungszeiten fallen weg. Die Inanspruchnahme von Hilfsangeboten wird so bürgerfreundlicher. Mehr Bürgerfreundlichkeit durch weniger aufwändige und bürokratische Vorgänge stärkt die Demokratie.

Gute Politik

Digitale Systeme erhöhe die Qualität und Konsistenz der zugrunde liegenden Daten und Sozialdaten erheblich. Dadurch lassen sich Sozialdaten viel besser analysieren und auswerten. Datengetriebene Entscheidungen und effizientere Mittelverwendung werden so ermöglicht und Datengrundlagen politische Entscheidungen geschaffen.  

Bekämpfung von Missbrauch

Digitale Möglichkeiten erschweren Sozialbetrug und Mehrfachbezüge von Leistungen. So können finanzielle Ressourcen gezielter eingesetzt werden.Die Digitalisierung des Sozialstaates ist folglich unabdingbar, um Kosten zu sparen, Bürger effektiv zu unterstützen, Missbrauch zu vermeiden und evidenzbasierte Steuerung zu ermöglichen.

Digitale Identitäten sind Voraussetzung

Digitale Identitäten spielen dabei aus mehreren Gründen eine fundamentale Rolle:

Zugangskontrolle zu Leistungen

Für den Bezug von Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Renten, Kindergeld etc. müssen Bürger eindeutig identifiziert werden können. Digitale Identitäten ermöglichen eine sichere und fälschungssichere Authentifizierung, um Leistungsmissbrauch zu vermeiden.

Datenschutz und Datensicherheit

Im Sozialbereich werden vielfach sensible persönliche Daten wie Gesundheitsinformationen, Einkommensverhältnisse etc. verarbeitet. Digitale Identitäten mit Verschlüsselungs- und Zugriffskontrollen sind essentiell, um diese Daten zu schützen.  

Effizienz und Nutzerfreundlichkeit

Die Digitalisierung von Verwaltungsabläufen wie Antragsstellungen kann durch digitale Identitäten nutzerfreundlicher und effizienter gestaltet werden. Medienbrüche und Mehrfacherfassungen lassen sich vermeiden.

Gleichberechtigter Zugang

Digitale Identitäten mit mobilen und webbasierten Anwendungen erleichtern Bürgern unabhängig von Wohnort oder Mobilität den Zugriff auf Sozialsysteme.

Transparenz und Vertrauen

Kryptographisch abgesicherte digitale Identitäten schaffen Vertrauen in digitale Prozesse und erhöhen die Akzeptanz der Digitalisierung im Sozialwesen.

Zusammengefasst sind zuverlässige digitale Identitäten eine Grundvoraussetzung für effiziente, diskriminierungsfreie, sichere und vertrauenswürdige digitale Sozialsysteme zum Wohle der Bürger.

Hohe Nutzung

Gleichzeitig ist eine hohe Nutzung der digitalen Angebote aus folgenden drei Gründen erforderlich, um die Vorteile der Digitalisierung voll ausschöpfen zu können:

Wirtschaftlichkeit und Amortisation

Die Entwicklung und Bereitstellung digitaler Lösungen ist mit hohen Anfangsinvestitionen verbunden. Nur wenn diese Angebote von einer kritischen Masse an Nutzern tatsächlich angenommen und verwendet werden, lassen sich die Kosten rechtfertigen und die Investitionen innerhalb eines vertretbaren Zeitraums amortisieren.

Effizienzgewinne

Viele der Effizienzvorteile der Digitalisierung wie Automatisierung, Medienbruchfreiheit und Beschleunigung von Prozessen entfalten sich erst bei einer durchgängigen Nutzung der digitalen Kanäle. Wenn weiterhin ein Großteil der Vorgänge analog abgewickelt wird, bleiben die Optimierungspotenziale ungenutzt.

Datenqualität und Vollständigkeit

Für aussagekräftige Analysen, Statistiken und datengetriebene Entscheidungen sind vollständige, einheitliche und hochwertige Datensätze unerlässlich. Diese lassen sich nur generieren, wenn die Datenerfassung und -pflege konsequent über digitale Systeme erfolgt und die analogen Insellösungen überwunden werden.Eine zögerliche oder unzureichende Nutzung der digitalen Angebote würde somit zu einer Verschwendung der investierten Mittel, dem Verfehlen von Optimierungszielen und zu qualitativ minderwertigen Daten führen. Nur bei einer hohen Akzeptanz und Nutzung durch alle Beteiligten kann das Digitalisierungspotenzial im Sozialwesen voll ausgeschöpft werden.

Anforderungen an digitale Identitäten formulieren sich daher wie folgt:

Unzweifelhafte Identifizierung (Sicherheit)

  • Zuverlässige und sichere Methoden zur Überprüfung der Identität, z.B. biometrische Verfahren, Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • Strikte Zugangskontrollen und Berechtigungskonzepte, um unbefugte Zugriffe zu unterbinden
  • Verschlüsselungstechnologien zum Schutz sensibler Daten während der Übertragung und Speicherung
  • Kontinuierliche Überwachung, Erkennung sowie Abwehr von Identitätsdiebstahl oder -missbrauch
  • Revisionssichere Protokollierung aller Zugriffsversuche für Analysen

Unkomplizierte Anwendung (Benutzerfreundlichkeit):

  • Intuitives und selbsterklärendes Benutzererlebnis über alle Plattformen und Geräte hinweg
  • Einfache Anmeldeprozesse mit möglichst wenigen Interaktionsschritten
  • Zentrale Self-Services zur Beantragung, Aktualisierung und Verwaltung von eID, PIN etc.
  • Umfassende Hilfefunktionen und Anleitungen für Endnutzer
  • Barrierefreie und inklusive Gestaltung für alle Nutzergruppen

Umfassende Einsatzszenarien (Flexibilität):

  • Skalierbare und flexible Architektur, um verschiedenste Anwendungsfälle abzudecken
  • Anpassungsfähige Identitätsmodelle für divergierende Rollen und Berechtigungen
  • Integration und Interoperabilität mit heterogenen IT-Systemen und Drittsystemen
  • Unterstützung multidimensionaler Identitäten für Personen, Organisationen und Dinge
  • Zukunftssichere Erweiterbarkeit Kompatibilität mit neuen Standards/Technologien

Diese detaillierten Ausführungen sollen eine ganzheitliche und robuste Identitätslösung ermöglichen, die Sicherheit, Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität gleichermaßen adressiert.

 

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